Ayurveda-ErnährungsberaterIn

Die ayurvedische Ernährungslehre ist eine Welt voller Aromen und sinnlicher Geschmackserlebnisse. Gleichzeitig ist sie eines der drei Standbeine des Ayurveda neben der manuellen Therapie (Massagen) sowie Reinigung (Panchakarma) und damit eine der wichtigsten Methoden zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit. Lebensmittel und Gewürze dienen als Medizin und spezielle Ernährungsregeln fördern und stabilisieren die individuelle Gesundheit und tragen zur Heilung von Erkrankungen bei. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der Verdauungskraft sowie die Entgiftung des gesamten Organismus.

Das wichtigste Prinzip einer Ernährung im ayurvedischen Sinn ist, dass diese immer auf den einzelnen Menschen, seine jeweiligen Bedürfnisse und die individuelle Verdauungskraft und Lebensumstände abgestimmt sein soll.

Voraussetzungen und Zertifikat

Die Ausbildung zum Ernährungsberater besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die Ausbildung umfasst insgesamt 160 Stunden gem. EMR Methode 23.  Nach erfolgreichem Abschluss aller Module und der Abschlussprüfung erhalten Sie das Zertifikat "Ganzheitliche Ayurveda Ernährungs- und GesundheitsberaterIn".


Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme am Blockseminar "Grundlagen des Ayurveda".


Für die Registrierung der Methode 23 beim EMR ist zusätzlich der Nachweis von 600 Stunden westlicher Medizin erforderlich. Sind alle genannten Voraussetzungen erfüllt, können Sie sich beim EMR registrieren lassen und damit die Krankenkassenzulassung erreichen.


Diese Ausbildung ist auch Voraussetzung für die EMR Registrierung Ayurveda-Therapie KT (eidg. Diplom) beziehungsweise Ayurveda-Medizin AM (eidg. Diplom).


Die EMR-Methodennummer 23 ist nur noch bis zum 31. Dezember 2021 registrierbar. Dem danach gültigen neuen  Reglement folgend, gibt es in Zukunft nur noch die Methode 57. Diese verlangt für eine Bewilligung 500 Stunden Ausbildung in Ayurveda-Erfahrungsmedizin zuzüglich 340 Stunden Schulmedizin. Das heißt die bisherigen 160-Stunden Ausbildungen existieren nicht mehr als selbständige anerkannte Ausbildungsgänge, sondern müssen inclusive der Grundlagen im Rahmen der Gesamtausbildung absolviert werden.


Zielgruppe

Die Ausbildung richtet sich an Menschen, die allgemein an Ernährungs- und Gesundheitskonzepten interessiert sind, sowie Ernährungsberater, Oecotrophologen, Diätassistenten und Köche.

Lernziele

Die Ausbildung zum Ayurveda-Ernährungsberater vermittelt umfassendes Wissen zum Verständnis der Grundlagen des Ayurveda, über die Eigenschaften von Nahrungsmitteln, Gewürzen und Kräutern sowie deren therapeutischen Einsatz.


Sie werden vertraut mit den ayurvedischen Ernährungsregeln- und -empfehlungen und lernen, über die Ernährung das Gleichgewicht der Doshas zu steuern und Ernährungskonzepte zur Behandlung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen und ernährungsbedingten Krankheitsbildern zu erarbeiten.


Im Vordergrund steht dabei die einfühlsame Beratung anhand von Fallbeispielen.


Eine Einführung in die ayurvedische Kochkunst lässt Sie die Welt der Gewürze und Kräuter mit eigenen Sinnen erleben, was es Ihnen erleichtert, die ayurvedische Ernährungslehre in der Praxis erfolgreich in Form von individuellen Beratungen, Vorträgen, Kochkursen und Seminaren anzuwenden:


  • Bestimmung und Analyse der individuellen Konstitution
  • Verständnis der fein- und grobstofflichen Wirkungen von Lebensmitteln und Gewürzen aus ayurvedischer Sicht
  • Eigenständiges Umsetzen der theoretischen Grundlagen in die Praxis und Aussprechen individueller Ernährungsempfehlungen
  • Verständnis der Grundlagen ayurvedischer Prinzipien
  • Grundlagen der ayurvedischen Kochtechniken und Zubereitungen
  • Zubereitung und Verwendung von Nahrungsmitteln
  • Erstellen von individuellen Ernährungsplänen
  • Indikationen und Kontraindikationen
  • Grenzen der Ayurveda Ernährung
  • Beratung- und Gesprächsführung

Ausbildungsinhalt

Allgemeine theoretische Grundlagen

  • Vertiefung der für die ayurvedische Ernährung relevanten Grundlagen
  • Persönlichkeit und Dosha: Ermittlung des Dosha-Typs anhand eines Fragebogens, Prakriti und Vikriti, Eigenschaften der Doshas
  • Grundlagen: Naturbelassene Nahrungsmittel, sattwische, rajasische und tamasische Lebensmittel, No-Gos der ayurvedischen Küche, Gesunde Nahrungsmittel
  • Ayurvedische Lebensmittelkunde: Eigenschaften von Nahrungsmitteln, grob- und feinstoffliche Wirkung von Nahrungsmitteln, Agni-Stärkung
  • Ayurvedische Kräuter- und Gewürzkunde: Einsatz von Gewürzen, grob- und feinstoffliche Wirkung von Kräutern, Zubereitungsformen, Hausrezepte
  • Ayurvedische Routinen: Die Ernährungsregeln des Ayurveda Richtlinien für den Alltag, Ayurveda-Ernährung im Tages- und Jahreslauf, bedarfsgerechte Ernährung

Ayurveda Ernährungs-Praxis

  • Praktische Anwendung des Dosha-Konzepts: Erarbeiten individueller Ernährungsempfehlungen, Priorisierung verschiedener Parameter, Konzepte für die Alltagstauglichkeit; Abstimmung der Nahrung auf Konstitution, Alter, Geschlecht, Tages- und Jahreszeiten.
  • Erarbeitung eines Menüplans: ayurvedische Alltagsküche, ayurvedische Festtagsküche, Büffets und Events, Singleküche, Familienküche, Küche für Berufstätige.

Ernährung und Gesundheit

  • Individuelle Ernährungskonzepte zum Ausgleich körperlicher und mentaler Beschwerden: Nahrung als Medizin, Fasten und Reinigung des Körpers, ayurvedische Kurküche, bewährte Hausmittel.
  • Anlassbezogene Ernährungskonzepte: praktische Arbeit mit Fallbeispielen, Reduktion von Gewicht, stressbedingte Beschwerden (Burnout, Schlafstörungen), Verdauungsbeschwerden, Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten, Frauenbeschwerden (Menstruation, Wechseljahre), Schwangerschaft und Geburt, Erkrankungen des Bewegungsapparates

Ayurvedische Küchenpraxis

  • Kauf und Beurteilung von Lebensmitteln und Gewürzen: Haltbarkeit, Lagerung, Herkunft, Qualitätsmerkmale
  • Grundlagen der ayurvedischen Küche: Techniken und Geräte, Herstellung von Ghee, Paneer, Joghurt, spezielle Würzmischungen und Masalas, Chutneys, Einsatz von Gewürzen, Garen von Reis, Amaranth, Quinoa, Hirse, Zubereitung von Dal, Backen von Brot und Chapatis
  • Ayurvedische Alltagsküche: Frühstück, Süßspeisen, Salate, Raitas, Suppen, Reisgerichte, Hülsenfrüchte, Pasta, Soßen, Gemüsegerichte, Currys
  • Ayurvedische Festtagsküche: Menüplanung, Suppen, Vorspeisen, Hauptgerichte, Desserts, Büffets, Zubereitung und Präsentation, Servieren

Dozentin

Alexandra Krahl ist ganzheitliche Ayurveda Ernährungs- und Gesundheitsberaterin, sowie Ayurveda Köchin. Ihre Ausbildung hat Sie in der Schweiz, Deutschland und Indien absolviert. Mit „ayurresources“ hält Sie Vorträge, gibt Kochkurse und berät Firmen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Sie hat ursprünglich Jura studiert und 18 Jahre Erfahrung in der Gesundheitsindustrie in unterschiedlichen Positionen im Bereich Human Resources unter anderem als Personalleiterin auf nationaler und internationaler Ebene in der Pharmaindustrie, Medizintechnik, Biotechnologie und im pharmazeutischen Großhandel.

Dozentin Alexandra Krahl